Was bedeutet der Gesundheits-Wunsch in der Schlussformel des Arbeitszeugnisses?
«wir wünschen ihm für die Zukunft alles Gute, insbesondere Gesundheit»
Was bedeutet das?
Der betonte Gesundheitswunsch — «insbesondere Gesundheit», «vor allem gesundheitlich alles Gute» — ist die klassische Anspielung auf häufige Krankheitsabsenzen. In einer neutralen Schlussformel hat die Gesundheit nichts verloren; wird sie eigens hervorgehoben, ist das die Botschaft. Für Betroffene ist dieser Code doppelt heikel: Er deutet ein Thema an, über das der Arbeitgeber im Zeugnis gar nicht schreiben dürfte, und er tut es an der Stelle, die HR-Fachleute zuerst lesen. Zur Abgrenzung: Die Standardformel «alles Gute für die Zukunft» ohne Gesundheitsbezug ist unverfänglich und kein Signal.
Wirkung auf die Note
Deutlich abwertend in der Schlussformel-Dimension: Codierte Elemente drücken sie auf höchstens 2.5. Je nach Kontext ist der Gesundheits-Wunsch darüber hinaus ein Warnsignal für den ganzen Bewerbungsprozess, weil er Spekulationen über Absenzen auslöst — ein Thema, das im Vorstellungsgespräch kaum fair zu entkräften ist.
Was tun?
Verlangen Sie die Streichung des Gesundheitsbezugs: Eine Schlussformel mit Dank für die Leistung, Bedauern über den Austritt und guten Wünschen für die Zukunft — ohne Gesundheitsbetonung. Das Argument: Die Formulierung ist eine unzulässige Codierung und verletzt das Klarheitsgebot; gesundheitliche Themen gehören ohnehin nicht ins Arbeitszeugnis. Diese Korrektur ist für den Arbeitgeber kostenlos und schwer zu verweigern.
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