Zeugnis-CheckZeugnis prüfen

Beispielbericht

So sieht der vollständige Bericht aus — am Beispiel eines fiktiven Arbeitszeugnisses.

Fiktives Beispiel — alle Namen und Inhalte sind frei erfunden.

Gesamtbeurteilung

Gesamtnote: 4.0–4.4Gelb

Dokumenttyp: Schlusszeugnis · Konfidenz der Analyse: 95 %

Auf den ersten Blick ein freundliches Zeugnis — auf den zweiten ein durchzogenes: Die Leistungsbeurteilung bleibt eine Stufe unter dem Maximum, das Verhalten wird nur als «korrekt» beschrieben, und die Schlussformel enthält mit dem betonten Gesundheitswunsch ein bekanntes Warnsignal. Ein HR-Profi liest hier: solide Fachkraft, aber das Verhältnis war am Ende belastet.

Die Gesamtnote wird als Bandbreite ausgewiesen: KI-gestützte Analysen können bei wiederholter Prüfung geringfügig variieren. Die gefundenen Befunde und Zitate sind davon nicht betroffen.

Bewertung nach Dimensionen

Leistung

4.5

«Zu unserer vollen Zufriedenheit» ohne «stets» entspricht einem Befriedigend. Das Fachwissen wird gelobt, konkrete Erfolge fehlen aber vollständig.

«Die ihr übertragenen Aufgaben erledigte sie zu unserer vollen Zufriedenheit.»

Verhalten

3.5

Nur «korrekt» ist die kühlste Form der Verhaltensbeschreibung. Zudem werden die Vorgesetzten in der Aufzählung nicht genannt.

«Ihr Verhalten gegenüber Kolleginnen, Kollegen und Kunden war korrekt.»

Vollständigkeit

5.0

Alle Pflichtbausteine sind vorhanden: Personalien, Aufgabenbeschreibung, Leistungs- und Verhaltensbeurteilung, Austrittsgrund und Schlussformel.

Form

5.0

Formal sauber: korrekte Personalien, plausible Daten, angemessene Länge, fehlerfreie Sprache.

Schlussformel

2.5

Dank vorhanden, Bedauern fehlt — und der betonte Gesundheitswunsch ist ein codiertes Signal.

«Wir danken ihr für die Mitarbeit und wünschen ihr für die Zukunft alles Gute, insbesondere gesundheitlich.»

Gewichtung: Leistung 35 %, Verhalten 25 %, Vollständigkeit 20 %, Form 10 %, Schlussformel 10 %.

Gefundene Codierungen und Warnsignale

WarnungD3
«wünschen ihr für die Zukunft alles Gute, insbesondere gesundheitlich»

Was das bedeutet: Der betonte Gesundheitswunsch ist eine bekannte Anspielung auf häufige Krankheitsabsenzen. In einer neutralen Schlussformel hat die Gesundheit nichts verloren.

Risiko im Bewerbungsprozess: Rekrutierende deuten dies als Hinweis auf Ausfälle — gerade bei sonst unauffälligem Zeugnis fällt das Signal auf.

WarnungD2
«Ihr Verhalten gegenüber Kolleginnen, Kollegen und Kunden war korrekt»

Was das bedeutet: «Korrekt» ist das Minimum, das sich bescheinigen lässt, ohne zu lügen: distanziert und kühl. Ein gutes Zeugnis schreibt «stets einwandfrei» oder «vorbildlich». Zudem fehlen die Vorgesetzten in der Aufzählung.

Risiko im Bewerbungsprozess: HR-Profis lesen daraus ein belastetes Verhältnis — besonders zur Führung, da die Vorgesetzten nicht genannt werden.

HinweisD1
«Sie zeigte grossen Fleiss und Einsatzbereitschaft»

Was das bedeutet: Fleiss ohne Erfolgsaussage ist ein Ersatzlob: viel Einsatz, keine Aussage zum Resultat. In Kombination mit der Zufriedenheitsformel ohne «stets» verstärkt sich das Bild.

Risiko im Bewerbungsprozess: Im Kontext liest sich das als «bemüht, aber nicht überzeugend» — ein leises, aber wirksames Signal.

Fehlende Elemente

  • Bedauern über den Austritt

    Die Schlussformel dankt, bedauert aber nicht. Das Fehlen des Bedauerns gilt in der Praxis als deutliche Distanzierung.

  • Konkrete Erfolge oder Projekte

    Bei vier Jahren qualifizierter Tätigkeit wären individuelle Erfolge üblich; reine Textbaustein-Sprache wertet ab.

Korrekturvorschläge

Original-FormulierungVorgeschlagene FormulierungBegründung gegenüber dem Arbeitgeber
«Die ihr übertragenen Aufgaben erledigte sie zu unserer vollen Zufriedenheit.»Die ihr übertragenen Aufgaben erledigte sie stets zu unserer vollen Zufriedenheit.Ohne «stets» bescheinigt die Formel eine nicht konstante Leistung. War die Leistung durchgehend gut, ist die Ergänzung wahrheitskonform und nach dem Klarheitsgebot geboten.
«Ihr Verhalten gegenüber Kolleginnen, Kollegen und Kunden war korrekt.»Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kolleginnen, Kollegen und Kunden war stets einwandfrei.«Korrekt» wird in der Zeugnispraxis als Distanzierung gelesen und die fehlende Nennung der Vorgesetzten als Konflikthinweis — beides verletzt das Klarheitsgebot, wenn das Verhältnis unbelastet war.
«wünschen ihr für die Zukunft alles Gute, insbesondere gesundheitlich»Wir bedauern ihren Austritt, danken ihr für die wertvolle Mitarbeit und wünschen ihr für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg.Der betonte Gesundheitswunsch ist eine unzulässige Codierung (Anspielung auf Absenzen) und gehört ersatzlos gestrichen; Bedauern und Erfolgswünsche entsprechen der üblichen, wohlwollenden Schlussformel.

Vorgehensempfehlung

  1. 1Prüfen Sie, ob die Aufgabenbeschreibung Ihre tatsächlichen Verantwortlichkeiten vollständig abbildet und zu Ihrem Lebenslauf passt.
  2. 2Suchen Sie zuerst das Gespräch: Bitten Sie Ihre vorgesetzte Person oder das HR mündlich um die Korrektur — freundlich und mit den konkreten Punkten aus der Korrekturtabelle.
  3. 3Bleibt die Korrektur aus, stellen Sie die Bitte schriftlich und setzen Sie eine Frist von 14 Tagen.
  4. 4Ihr Anspruch auf Ausstellung und Korrektur besteht bis 10 Jahre nach Ende des Arbeitsverhältnisses (Art. 330a OR).
  5. 5Bei einer Eskalation empfiehlt sich eine Rechtsberatung (Schlichtungsbehörde, Gewerkschaft oder Anwältin/Anwalt).

Wichtiger Hinweis

Dieser Bericht ist eine fachliche Einschätzung nach Schweizer Zeugnispraxis. Er ist keine Rechtsberatung, und es besteht keine Erfolgsgarantie für Korrekturbitten.

Zeugnis-Check · Bericht erstellt am 16.7.2026 · Prüfraster-Version 0.2

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